Borchert – Draußen vor der Tür – Übersicht

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Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür

– Zusammenfassung –

 

(Vorwort)

Die fremde und lebensfeindliche Heimat schmerzen den obdachlosen Kriegsheimkehrer.

Prolog

Der wohlgenährte, flegelhafte Tod sieht zunächst einen Mann, der sich in die Elbe wirft, und erklärt dann dem machtlosen, klapprigen Gott die Welt und dass darin kein Platz mehr für ihn sei.

Der Traum

Die Elbe verwarnt den in ihr treibenden Beckmann: sie wolle nicht Beckmanns Leben nehmen. Sie weist ihn zurecht und setzt ihn an Land.

1. Szene

Beckmann liegt in Blankenese am Elbstrand und kann sich nicht rühren. Der Andere ermutigt ihn erfolglos, zu leben, bis ein Mädchen ihm aufhilft und ihm bei sich trockene Sachen gibt.

2. Szene

Das Mädchen nötigt ihn, in ihrem Zimmer die Gasmaskenbrille abzunehmen, zu bleiben und „vorwärts“ zu wollen. Beckmann ist verwirrt, als plötzlich der einbeinige Riese herankrückt, der Beckmann kennt und der der Mann des Mädchens ist. Beckmann flieht und will zurück in die Elbe, doch der Andere hält ihn auf und bringt ihn auf die Idee, Schuld und Verantwortung für Tod und Verkrüppelung anderer sowie für die Obdachlosigkeit abzugeben.

3. Szene

Beckmann steht vor der abendessenden Familie seines ehemaligen Oberst und weckt, indem er seine Wünsche nach Wärme, Essen und Behaglichkeit ausspricht, Angst bei der Familie. Beckmann will schlafen, doch ein Albtraum, den er erzählt, lässt ihn nächtens aufschrecken: er schreit vor den Toten, vor allem den elf, die unter seiner Verantwortung in Russland starben – die Verantwortung will er dem Oberst zurückgeben. Der lacht sich tot, ein Tumult entsteht, Beckmann klaut Brot und Rum und, im Suff, sinniert den Vorschlag des Oberst, zum Zirkus zu gehen mit seiner Nummer von den Toten.

4. Szene

Beckmann bittet den Theaterdirektor um Anstellung, welcher aber Kunst und Goethe, nicht aber die Wahrheit von Beckmann verlangt und ihn abweist. Beckmann will wieder zur Elbe, der Andere lenkt ihn aber zu seinem Elternhaus.

5. Szene

Voller Vorfreude klopft Beckmann am Elternhaus, doch nur Frau Kramer öffnet kurz, berichtet den Selbstmord seiner Eltern und schließt wieder. Beckmann legt sich auf die Treppen, der Andere will ihn zum Aufstehen ermuntern, Beckmann aber beginnt, vom Oberst, vom Direktor, von seiner Frau, vom Mädchen, vom Einbeinigen zu träumen, wie sie an ihm vorübergehen, und er stirbt langsam; den ersten drei wirft er Mord vor. Doch diese weisen jeden Verdacht von sich. Der Einbeinige verklagt Beckmann des Mordes an ihm, Beckmann bekennt und will ihn nicht vergessen. Gott kommt und verliert. Der straßenfegende Tod kommt, ohne Beckmann zu holen, und geht. Frau Kramer tritt erneut vor Beckmann, ebenfalls keiner Schuld bewusst. Zum Schluss ist Beckmann, wie schon die zwei Tage nach seiner Rückkehr aus sibirischer Kriegsgefangenschaft, alleine, obdachlos, draußen vor der Tür, und selbst der Andere ist weg. Auf seine Fragen antwortet niemand mehr.

 

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