Brecht – Leben des Galilei – Übersicht

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Bertold Brecht: Leben des Galilei

– Zusammenfassung –

 

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Epischer Text (ET) Galileis Vorhaben

Dramatischer Text (DT) Galilei lehrt Andrea, elf, das heliozentrische Weltbild mit Stuhl und Apfel, die finanzielle Sorge um den Milchmann lässt ihn kalt. Ludovica tritt hinzu, Galilei nimmt ihn als Schüler und erhält von ihm Informationen zum holländischen Fernrohr. Der Kurator kommt und lehnt Galileis Gehaltserhöhung ab und begründet es mit dem Schutz vor der Kirche und der Wissenschaftsfreiheit, die sie böten. Andrea kommt mit den Linsen.

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ET Galileis Erfindung

DT Galilei führt das Fernrohr in die höchste Gesellschaft ein und bekommt 500 Skudi; nebenbei bemerkt er Sagredo seine bahnbrechenden Entdeckungen am Himmel.

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ET Galilei beweist das heliozentrische Weltbild

DT Galilei entdeckt Sagredo am Fernrohr, dass Erde und Mond leuchten, weil die Sonne sie bestrahlt und der Mond Berge hat. Der Kurator macht Galilei bekannt: den Betrug um die Fernrohre hätte er bemerkt – Galilei behält die 500 Skudi aber. Galilei rechtfertigt sich mit Kosten. Anhand der Monde, die sich um den Jupiter drehen, könne Galilei das ptolemäische Weltbild widerlegen und das kopernikanische beweisen. Sagredo fürchtet die Wahrheit, Galilei feiert sie und glaubt an die Vernunft der Mitmenschen und die verführerische Kraft des Beweises. Er will seine Wahrheit an Andrea proben, dann an Fr. Sarti – seiner Tochter Virginia aber enthält er sie und spricht stattdessen vom Umzug nach Florenz an den Hof.

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ET Galilei in Florenz

DT Galileis Haushälterin Sarti klagt über soviel Besuch, Cosmo de Medici und Gefolge erscheinen. Cosmo steigt in die Dachstube, wo Andrea ihm erst die Modelle zeigt, beim Prügeln der Jungen geht das ptolemäische aber zu Bruch. Der Hof tritt mit Galilei in die Dachstube. Trotz wiederholter Aufforderung Galileis sehen die Philosophen und Mathematiker nicht durch das Fernrohr, sondern zweifeln an der Beschaffenheit des Rohres – sie verteidigen Aristoteles, kündigen aber an, den größten Astronomen der Zeit zu befragen.

5a.

ET Galilei forscht

DT G flieht die Pest nicht, da er Beweise sammeln muss; Andrea und Virginia fahren ab.

5b.

DT Sarti ist an einer Straßenecke zusammengebrochen, Galileis Viertel wird wegen Pest abgesperrt, Galilei muss sich um Essen etc. kümmern; Andrea kommt wieder und erhält die neuesten Erkenntnisse, dann schickt Galilei ihn Bücher holen.

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ET Rom bestätigt Galilei / Saal in Rom

DT Galilei sieht sich Spott und Anfeindungen der Ptolemäer ausgesetzt, die in seinem Weltbild eine Erniedrigung der Menschen sehen. Clavius, der vatikanische Astronom, bestätigt aber Galileis Lehre.

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ET Die kopernikanische Lehre wird verfolgt / Fest im Haus des Kardinals in Rom

DT Galilei kann sich nicht vergnügen, sondern diskutiert mit anderen Gästen des Balles seine Lehre – Aristoteles steht gegen Galilei. Zwei Kardinäle teilen ihm das Verbot seiner Forschungslehre mit, ebenso die Erschütterungen für die Sinn- und Lebenswelten der Menschen, Galilei gerät in Zorn. Der Kardinal Inquisitor lässt sich das Gesprächsprotokoll geben und befragt Virginia listig nach der Lehre ihres Vaters, doch sie weiß nichts.

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ET Gespräch / Palast des fiorentinischen Gesandten in Rom

DT Ein Mönch erklärt Galilei von dem Sinnloswerden Gottes und des Lebens für die Mühen und Plagen der Menschen durch das neue Weltbild, das Gott und die Menschen zu sehr verkleinert. Galilei protestiert und beschuldigt die Kirchenpolitik, die Menschen zu quälen. Er vertraut auf die Wasserpumpe zum Wohl der Menschen, nicht auf die Macht der Kirche. Er liebt die Wahrheit, will sie durchsetzen. Der Mönch wird stiller und lässt sich schließlich etwas Physikalisches von Galilei erklären.

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ET Galilei bricht nach acht Jahren das Schweigen / Galileis Haus in Florenz

DT Galilei widerlegt den Aristoteles in Sachen schwimmenden und sinkenden Gegenständen im Wasser vor seinen Schülern. Ludovico kommt und meldet den nahen Tod des Papstes, worauf Galilei sein Schweigen bricht und Anordnungen zu Sonnenfleckenforschung gibt – zum Ärgernis Ludovicos und unter Gefährdung der Ehe Virginias, die dann nämlich Tochter eines Aufständischen wäre. Virginia fällt in Ohnmacht, als sie die Geräte sieht.

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ET Galileis Lehre wird populär / 1632, Marktplatz

DT Ein Balladensänger singt von der gesellschaftlichen Unordnung, die Galilei schaffe. Galilei wird als Umstürzler und Bibelzertrümmerer parodiert.

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ET Galilei muss nach Rom / 1633, Palast der Medici in Florenz

DT Galilei wartet mit Virginia; man kommt aus der Besprechung des Großherzogs und warnt Galilei; er solle flüchten. Galilei glaubt nicht. Da wird er in den Wagen nach Rom zur Inquisition gebeten.

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ET Papst / Vatikan

DT Der Inquisitpr weist auf die Unruhe, deren Ursache repräsentativ Galilei ist; der Papst verteidigt Galilei. Der Inquisitor gibt in die Wiederrufsforderung ein und bestimmt, ihn nicht zu foltern.

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ET Galilei widerruft / 22. juni 1633, Palast in Rom

DT Andrea, Virginia, Federzoni und der Mönch erwarten den Ausgang der Inquisition. Die Glocken läuten, ein Ausrufer gibt Galileis Widerruf bekannt. Galilei kommt zu den Wartenden und rechtfertig sich.

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ET Galilei gefangen auf dem Landhaus / Bei Florenz (1630-42)

DT Galilei fügt sich scheinbar allen kirchlichen Andordnungen. Andrea kommt – und G.gibt ihm die Discorsi, sie nach Deutschland zu schmuggeln. Andrea, eigentlich sein Feind, ehrt ihn, doch Galilei hält sich aufgrund seines Wiederrufs für einen Beschmutzer und Zerstörer der Möglichkeiten durch die Wissenschaft – eine neue Ethik, wonach der Wissenschaftler seine Arbeit um nichts gefährden darf, lehnt er ab: er habe aus Angst, nicht aus Berechnung oder Pflicht gegenüber weiteren Forschern widerrufen. Virginia ist ledig und achtet auf Galileis Gehorsam gegenüber der Kirche.

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ET Galileis Discorsi über die Grenze

DT Andrea wird vom Grenzwächter und Schreiber konrtolliert; ein Junge sieht Hexen, ein anderer glaubt es nicht. Letztlich schaffen es die Discorsi unbemerkt über die Grenze.

 

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