Büchner – Woyzeck – Übersicht

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Georg Büchner: Woyzeck

Zimmer.

Woyzeck rasiert den Hauptmann. Dieser wirft Woyzeck fehlende Moral und Tugend vor. Für Woyzeck ist Moral und Tugend an materielle Verhältnisse geknüpft, die einem Mann aus ärmeren Schichten mit einem unehelichen Kind nicht erlauben moralisch zu sein.

Freies Feld, die Stadt in der Ferne.

Woyzeck und sein Freund Andres schneiden Stecken. Woyzeck macht apokalyptische Anspielungen und hört Stimmen. Andres versteht seine Ängste nicht und holt ihn in die Wirklichkeit zurück.

Die Stadt.

Marie, die Geliebte Woyzecks mit der er einen unehelichen Sohn hat, betrachtet vom Fenster aus bewundernd den Tambourmajor. Ihre Nachbarin wirft ihr das vor. Marie singt ein Lied, das ihre gesellschaftliche Situation wiederspiegelt. Woyzeck kommt und erzählt Marie von seinen Visionen. Er verabredet sich mit ihr und kündigt an Geld gespart zu haben. Sie glaubt dass er überschnappt und beklagt, dass er sein Kind nicht beachtet.

Beim Doktor.

Woyzeck wird vom Doktor bezahlt, dass er sich für  medizinische Experimente zu Verfügung stellt und einer strengen Erbsendiät folgt. Der Doktor sieht Woyzeck rein als wissenschaftliches Untersuchungsobjekt, als „interessanten Kasus“. Woyzeck versucht umständlich sein psychisches Befinden zum Ausdruck zu bringen, scheitert aber.

Buden. Lichter. Volk.

Marie und Woyzeck sind auf dem Jahrmarkt. Der Tambourmajor wird auf Marie aufmerksam, begehrt sie und folgt den beiden.

Das Innere der hellerleuchteten Bude.

Marie entfernt sich von Woyzeck nach vorne in Richtung des Tambourmajors, um besser sehen zu können.

Mariens Kammer.

Marie unterhält sich mit dem Tambourmajor. Marie beschreibt seine Männlichkeit und er nennt sie „wildes Tier“ und will „eine Zucht von Tambourmajors anlegen“. Im Gespräch wird die Triebhaftigkeit der beiden deutlich.

Der Hof des Doktors.

Woyzeck ist geschwächt und der Ohnmacht nahe. Der Doktor geht nicht auf seine Beschwerden ein, sondern führt ihn seinen Studenten wie ein Tier vor und beraubt ihn damit endgültig seiner Würde.

Mariens Kammer.

Marie sitzt mit ihrem Kind in der Kammer und betrachtet im Spiegel die Ohrringe, die sie vom Tambourmajor bekommen hat. Woyzeck kommt und bemerkt sie Ohrringe von denen Marie behauptet sie gefunden zu haben. Er geht darüber hinweg, kümmert sich rührend um seinen Sohn und gibt Marie Geld. Marie bleibt beschämt zurück und ist sich ihrer Schuld bewusst.

Straße.

Der Doktor und der Hauptmann treffen sich auf der Straße, wobei der Doktor Theorien über den Gesundheitszustand des Hauptmanns zum Besten gibt. Woyzeck kommt dazu und der Hauptmann deutet Maries Verhältnis mit dem Tambourmajor an, sodass Woyzeck erkennen muss, dass an dem Verdacht etwas dran ist.

Mariens Kammer.

Woyzeck macht Marie gegenüber Anspielungen auf ihr Verhältnis zum Tambourmajor. Marie leugnet den Treuebruch und lenkt ab. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, in der er Marie packt und diese ihn abwehrt und anmerkt lieber ein Messer im Leib zu haben, als seine Hand auf ihrer zu spüren.

Die Wachstube.

Woyzeck ist beunruhigt und stellt sich vor wie Marie mit dem Tambourmajor tanzt. Er möchte sich mit eigenen Augen überzeugen ob dem so ist. Andres hält ihn für einen Narr, weil er sich wegen dem Mädchen solche Gedanken macht.

Wirtshaus.

Woyzeck sieht Marie und den Tambourmajor vom Fenster aus tanzen und malt sich aus wie die beiden auf die Weise zusammen sind, wie auch er am Anfang mit ihr zusammen war.

Freies Feld.

Woyzeck hört Stimmen, die ihm befehlen „die Zickwolfin“ zu erstechen.

Wirtshaus.

Im Zweikampf zwischen Woyzeck und dem Tambourmajor unterliegt Woyzeck, merkt aber vor seinem Abgang noch an, dass „eins nach dem andern“ komme.

Ein Zimmer in der Kaserne.

Woyzeck erzählt Andres von den Stimmen, die ihn zum Mord aufhetzen. Andres nimmt ihn nicht ernst und fordert ihn auf zu schlafen.

Kasernenhof.

Woyzeck erfährt von Andres, dass sich der Tambourmajor mit dem Verhältnis zu Marie brüstet.

Mariens Kammer.

Marie liest in der Bibel eine Stelle mit einer Ehebrecherin. Sie macht sich sorgen, weil Woyzeck seit zwei Tagen nicht mehr bei ihr war.

Trödlerladen.

Woyzeck kauft bei einem Juden ein Messer, von dem dieser glaubt, dass Woyzeck es für einen Selbstmord benutzen will.

Kaserne.

Woyzeck vermacht Andres sein bescheidenes Hab und Gut, liest Informationen über seine Person von einem Zettel vor. Andres rät Woyzeck zu einer Einweisung ins Lazarett, worauf dieser nicht eingeht.

Straße.

Marie sitzt mit singenden Mädchen auf der Straße. Die Großmutter erzählt ein Märchen von Hoffnungslosigkeit. Woyzeck kommt und will mit Marie spazieren gehen.

Waldsaum am Teich.

Woyzeck spricht mit Marie über ihre zweijährige Beziehung und klagt sie dabei an ihn betrogen zu haben. Er sticht wutentbrannt mehrmals auf sie ein bis sie tot ist, lässt das Messer fallen und läuft weg.

Mariens Kammer.

Woyzeck möchte nach der Tat sein Kind auf den Arm nehmen, das sich jedoch von ihm abwendet hin zum Narren Karl, der mit dem Kind wegläuft.

Wirtshaus.

Woyzeck tanzt im Wirtshaus, wobei die Leute Blut an seiner Hand bemerken. Woyzeck verliert die Fassung, schreit die Leite an und läuft weg.

Waldweg am Teich.

Woyzeck kehrt zum Tatort zurück, um das liegengelassene Messer in den Teich zu werfen. Er wägt ab ob und wie das Messer gefunden werden könnte. Es kommen Leute, die Geräusche im Wasser hören und schnell das Weite suchen, da sie glauben jemand ertrinken zu hören.

Straße.

Die Kunde über eine Leiche im Wald (Marie) macht die Runde.

Waldweg am Teich.

Ein Polizist trifft ein und findet einen „guten, echten, schönen“ Mord vor.

 

 

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