Freytag – Technik des Dramas

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Zitatübersicht zu Freytag: Die Technik des Dramas 

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1 Definition Drama

97

14 Notwendige Anzahl von Teilen

172

2 Hauptteile des Dramas

98

15 Akte I: Einleitung

173

3 Drei Skizzen zum Dramenaufbau

105

16 Akte II: Steigerung

174

4 Beschreibung des Standarddramas 17 Akte III: Höhenpunkt

175

5 Acht Teile des Dramas

106

18 Akte IV: Umkehr

175f.

6 1. Teil: Einleitung

107

19 Akte V: Katastrophe

176

7 2. Teil: Erregendes Moment

110

 
8 3. Teil: Steigerung

113

 
9 4. Teil: Höhenpunkt

116

 
10 5. Teil: Tragisches Moment

117

 
11 6. Teil: Fallende Handlung/Umkehr

119

 
12 7. Teil: Moment der letzten Spannung

122f.

 
13 8. Teil: Katastrophe

123

 
  * im Reclamheft

 

Gustav Freytag: Die Technik des Dramas (1863)

 

Und wieder muß gesagt werden:
keine Technik belehrt,
wie man es anfangen müsse,
um so zu schreiben.

 

Textgrundlage: Die Technik des Dramas. Hrsg. von Klaus Jeziorkowski. Stuttgart 1983.

 

Inhaltsübersicht

 

I. Die dramatische Handlung
II. Der Bau des Dramas
III. Bau der Szenen
IV. Die Charaktere
V. Vers und Farbe
VI. Der Dichter und sein Werk
 
Zitat 1 Definition Drama
Das Drama stellt in einer Handlung durch Charaktere, vermittelst Wort, Stimme, Gebärde diejenigen Seelenvorgänge dar, welche der Mensch vom Aufleuchten eines Eindrucks bis zu leidenschaftlichem Begehren und zur Tat durchmacht, sowie die inneren Bewegungen, welche durch eigene und fremde Tat aufgeregt werden. (II/97)

 

Zitat 2 Hauptteile des Dramas
Diese zwei Hauptteile des Dramas sind durch einen Punkt der Handlung, welcher in der Mitte derselben liegt, fest verbunden. Diese Mitte, der Höhenpunkt des Dramas, ist die wichtigste Stelle des Aufbaues, bis zu ihm steigt, von ihm ab fällt die Handlung. (II/98)

 

 
Zitat 3 Drei Skizzen zum Dramenaufbau
Freytag Bild IFreytag Bild IIFreytag Bild III
 

 

Zitat 4 Beschreibung des Standarddramas
Durch die beiden Hälften der Handlung, welche in einem Punkt zusammenschließen, erhält das Drama wenn man die Anordnung durch Linien verbildlicht einen pyramidalen Bau. Es steigt von der Einleitung mit dem Zutritt des erregenden Moments bis zu dem Höhenpunkt und fällt von da bis zur Katastrophe. Zwischen diesen drei Teilen liegen die Teile der Steigerung und des Falles. Jeder dieser fünf Teile kann aus einer Szene oder aus einer gegliederten Folge von Szenen bestehen, nur der Höhenpunkt ist gewöhnlich in einer Hauptszene zusammengefaßt. (II/105)

 

Zitat 5 Acht Teile des Dramas
Diese Teile des Dramas, a) Einleitung, b) Steigerung, c) Höhenpunkt, d) Fall oder Umkehr, e) Katastrophe, haben jeder Besonderes in Zweck und Baueinrichtung. Zwischen ihnen stehen drei wichtige szenische Wirkungen, durch welche die fünf Teile sowohl geschieden als verbunden werden. Von diesen drei dramatischen Momenten steht eines, welches den Beginn der bewegten Handlung bezeichnet, zwischen Einleitung und Steigerung, das zweite, Beginn der Gegenwirkung, zwischen Höhenpunkt und Umkehr, das dritte, welches vor Eintritt der Katastrophe noch einmal zu steigern hat, zwischen Umkehr und Katastrophe. Sie heißen hier: das erregende Moment, das tragische Moment, das Moment der letzten Spannung. (II/106)

 

Zitat 6 1. Teil: Einleitung
Da die Darstellung von Ort, Zeit, Volkstum und Lebensverhältnissen des Helden der Einleitung des Dramas zukommt, so wird diese zunächst das Umgebende kurz charakterisieren. (II/107)

 

Zitat 7 2. Teil: Erregendes Moment
Das erregende Moment. Der Eintritt der bewegten Handlung findet an der Stelle des Dramas statt, wo in der Seele des Helden ein Gefühl oder Wollen aufsteigt, welches die Veranlassung zu der folgenden Handlung wird, oder wo das Gegenspiel den Entschluß faßt, durch seine Hebel den Helden in Bewegung zu setzen. (II/ 110)

 

Zitat 8 3. Teil: Steigerung
Die Steigerung. Die Handlung ist in Bewegung gesetzt, die Hauptpersonen haben ihr Wesen dargelegt, die Teilnahme ist angeregt. In einer gegebenen Richtung hebt sich Stimmung, Leidenschaft, Verwicklung. (II/113)

 

Zitat 9 4. Teil: Höhenpunkt
Der Höhenpunkt des Dramas ist die Stelle des Stückes, in welcher das Ergebnis des aufsteigenden Kampfes stark und entschieden heraustritt, er ist fast immer die Spitze einer groß ausgeführten Szene, an welche sich die kleineren Verbindungsszenen von der Steigerung und der fallenden Handlung heranlegen. […] bei den Dramen, welche durch das Gegenspiel steigen, bezeichnet er die allerdings wichtige Stelle, wo dies Spiel den Haupthelden gefangen und in die Richtung des Falles verlockt hat. (II/116)

 

Zitat 10 5. Teil: Tragisches Moment
In dem Fall, wo der Höhenpunkt durch ein tragisches Moment mit der sinkenden Handlung verbunden ist, erhält der Bau des Dramas durch das Zusammentreten zweier wichtiger Stellen, welche sich in scharfem Gegensatz gegen einander abheben, einiges Besondere. (II/117)

 

Zitat 11 6. Teil: Fallende Handlung/Umkehr
Der schwierigste Teil des Dramas ist die Szenenfolge der fallenden Handlung oder, wie sie wohl genannt wird, der Umkehr; allerdings treten die Gefahren zumeist bei denkraftvollen Stücken ein, in denen die Helden die Führung haben. (II/ 119)

 

Zitat 12 7. Teil: Moment der letzten Spannung
Das Moment der letzten Spannung. […] Über der aufsteigenden Möglichkeit muß der Zuschauer immer die abwärts drängende Gewalt des Vorausgegangenen empfinden. (II/122f.)

 

Zitat 13 8. Teil: Katastrophe
Katastrophe des Dramas ist uns die Schlußhandlung, welche der Bühne des Altertums Exodus hieß. In ihr wird die Befangenheit der Hauptcharaktere durch eine kräftige Tat aufgehoben. Je tiefer der Kampf aus ihrem innersten Leben hervorgegangen und je größer das Ziel desselben war, desto folgerichtiger wird die Vernichtung des unterliegenden Helden sein. (II/123)

 

Zitat 14 Notwendige Anzahl von Teilen
Nur nebenbei sei bemerkt, daß die fünf Teile der Handlung bei kleineren Stoffen und kurzer Behandlung sehr wohl ein Zusammenziehen in eine geringere Zahl von Akten vertragen. Immer müssen die drei Momente: Beginn des Kampfes, Höhenpunkt und Katastrophe, sich stark voneinander abheben, die Handlung läßt sich dann in drei Akten zusammenfassen. Auch bei der kleinsten Handlung, welche in einem Akte verlaufen kann, sind innerhalb desselben die fünf oder drei Teile erkennbar. (II/172)

 

Zitat 15 Akte I: Einleitung
Der Akt der Einleitung erhält in der Regel noch den Anfang der Steigerung, also im ganzen folgende Momente: den einleitenden Akkord, die Szene der Exposition, das aufregende Moment, die erste Szene der Steigerung. (II/173)

 

Zitat 16 Akte II: Steigerung
Der Akt der Steigerung hat in unseren Dramen die Aufgabe, die Handlung mit vermehrter Spannung heraufzuführen, dabei die Personen des Gegenspiels, welche im ersten Akt keinen Raum gefunden haben, vorzustellen. (II/174)

 

Zitat 17 Akte III: Höhenpunkt
Der Akt des Höhenpunktes hat das Bestreben, seine Momente um eine stark hervortretende Mittelszene zusammenzufassen. Diese wichtigste Szene desselben wird aber, wenn das tragische Moment dazutritt, mit einer zweiten großen Szene verbunden; in diesem Falle rückt die Gipfelszene wohl in den Anfang des dritten Aktes. (II/175)

 

Zitat 18 Akte IV: Umkehr
Der Akt der Umkehr ist von den großen deutschen Dichtern seit Lessing mit besonderer Sorgfalt behandelt worden, und die Wirkungen desselben sind fast immer regelmäßig und in bedeutender Szene zusammengeschlossen. Dagegen ist bei uns Deutschen die Einführung von neuen Rollen im vierten Akt häufiger als bei Shakespeare, welcher den löblichen Brauch hat, seine Gegenspieler schon vorher der Handlung zu verflechten. Ist dies untunlich, so möge man sich doch hüten, durch eine Situationsszene, die das Stück an dieser Stelle schwer erträgt, die Aufmerksamkeit zu zerstreuen. (II/175f.)

 

Zitat 19 Akte V: Katastrophe
Der Akt der Katastrophe enthält fast immer noch außer der Schlußhandlung die letzte Stufe der sinkenden Handlung. (II/176)

 

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