Goethe – Iphigenie auf Tauris – Übersicht

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Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris
Ein Schauspiel
 
Personen:
 
Iphigenie
Thoas, König der Taurier
Orest ( Bruder von Iphigenie)
Pylades (Cousin von Iphigenie)
Arkas (Königsbote)
 
Schauplatz:
Hain vor Dianas Tempel
 
Inhalt:
• Die Griechin Iphigenie aus dem Tantalidengeschlecht wird gegen ihren Willen auf der Insel Tauris als Priesterin der Göttin Diana festgehalten
• Ihr Bruder Orest und Cousin Pylades landen auf der Insel um das Bildnis der Diana zu rauben
• Beide sollen Diana als Menschopfer dargebracht werden, Iphigenie versucht zu helfen
• Orest deutet schließlich einen Orakelspruch um, woraufhin sowohl er und Pylades als auch Iphigenie nach Griechenland zurückkehren können
 
 
Akt/Szene Personen Handlung
1//1 Iphigenie Iphigenie wurde von Diana gerettet und dient ihr seitdem als Priesterin auf der Insel Tauris. Obwohl sie bei König Thoas und seinem Volk hohes Ansehen genießt, sehnt sie sich danach, nach Griechenland zurückzukehren und sich mit ihrer Familie wieder zu vereinen
1//2 Iphigenie, Arkas Arkas kündigt Iphigenie die Ankunft des König Thoas an. Sie selbst vertaut sich ihm an und erzählt im, dass sie die Insel verlassen möchte. Arkas erzählt ihr im Gegenzug, dass Thoas ihr einen Antrag machen wird, was Iphigenie jedoch in jedem Fall ablehnen will, da sie dadurch für immer an die Insel gebunden wäre.
1//3 Iphigenie, Thoas Thoas trägt seine Werbung vor, die Iphigenie allerdings nicht mit dem Hinweis auf Griechenland ablehnt, sondern mit ihrem Tantaliden-Geschlecht begründet, was Thoas von seinem Ansinnen jedoch nicht abbringt. Deshalb beruft Iphigenie sich auf ihren Status als Priesterin, die direkt Diana unterstellt ist. Thoas geht daraufin verbittert mit der Drohung, die Menschenopfer wieder einzuführen, die Iphigenie seit ihrer Ankunft verhindern konnte.
1//4 Iphigenie Iphigenie ruft Diana an und appelliert an die Güte und Gerechtigkeit der Götter, ihr die Menschenopfer zu ersparen.
2//1 Orest, Pylades Orest und sein Freund Pylades treffen ein und die Zuschauer erfahren, dass sie sich auf der Insel befinden, um einem Orakelspruch des Apoll folgend das Bildnis der Diana zu stehlen, da ihnen aufgetragen wurde, „die Schwester“ nach Griechenland zurückzubringen. Orest, der seine Mutter getötet hat, versucht sich so von den Furien zu befreien, die ihn seitdem verfolgen.
2//2 Iphigenie, Pylades Pylades verschweigt zunächst seinen Namen und gibt an, der andere sei sein Bruder und hätte einen Brudermord begangen. Seine Berichte von der griechischen Heimat verstärken ihre Sehnsucht. Allerdings erfährt sie auch, dass ihr Vater Agamemnon…
3//1 Iphigenie, Orest …Ipghigenie, die die wahre Identität ihres Bruders noch nicht kennt verspricht alles dafür zu tun, dass Pylades und er nicht zu Ehren von Diana geopfert werden. Iphigenie fragt nach den Kindern Agamemnons (ihren Geschwistern), woraufhin er ihr vom Mord Orests an Klytemnästras – angestachelt durch Elektra erzählt. Als er Iphigenies Leiden wahrnimmt, gibt er sich zu erkennen. Damit wählt er im Gegensatz zu Pylades, der zur Not auch List und Lüge anwendet, für den Weg der Wahrheit. Iphigenie gibt sich daraufhin auch zu erkennen. Orest will allerdings noch immer sterben, um den Furien zu entkommen und verschweigt den Orakelspruch.
3//2 Orest Orest verfällt in einen Heilschlaf, die sog. „Hadesvision“ und sieht darin die bereits verstorbenen Tantaliden glücklich in der Unterwelt versöhnt. Dies zeigt ihm eine Möglichkeit, den Tantalidenfluch unblutig zu beenden und trägt maßgeblich zu seiner Heilung bei.
3//3 Orest, Iphienie, Pylades Der erwachende Orest wähnt sich noch immer im Hades und glaubt, dass auch Iphigenie und Pylades in die Unterwelt hinabgestiegen sind, was er auch sehr bedauert. Allerdings hofft er, dass auch Elektra in die Unterwelt hinabsteigt, um den Tantalidenfluch zu lösen. Iphigenie und Pylades versuchen daraufhin zu heilen. Iphigenie, indem sie Diana anruft, um ihn vom dem Fluch zu befreien. Pylades, indem er in klaren, rationalen Worten zu ihm spricht. Als er geheilt ist mahnt Pylades die beiden zur Eile, da die Situation noch immer sehr gefährlich ist.
4//1 Iphigenie Iphigenie beklagt ihr Leid, den König hintergehen zu müssen und deutet an, trotz der Instruktion durch ihren Bruder nicht lügen zu können.
4//2 Iphigenie, Arkas Arkas bringt die Botschaft, dass sich Iphigenie mit dem Opfer der Schiffbrüchigen beeilen solle, da König und Volk ungeduldig warten. Iphigenie hält ihn damit hin, dass der vermeintlich immer noch wirre Orest erst geheilt werden müsse und die Statue der Artemis, die er zuvor entweiht hat, erst noch gereinigt werden müsse. Arkas legt ihr nochmals nahe, den König zu heiraten, um das drohene Übel abzuwenden.
4//3 Iphigenie Iphigenie beginnt aufgrund Arkas Rede erneut zu zweifeln, ob sie den König belügen kann, um ihnen selbst zur Flucht zu verhelfen.
4//4 Iphigenie, Pylades Pylades kehrt mit Iphigenie zurück um die Statue zu stehlen und zu dem Schiff mit Orest und den Männern zurückzubringen, das versteckt in einer Bucht liegt. Doch Iphigenie beginnt wiederum an ihrem Handeln zu zweifeln und Pylades versucht sie wieder zu überzeugen, den Plan zu vollenden und auch das Bildnis der Diana zu rauben.
4//5 Iphgenie Iphigenie beklagt weiterhin ihr Schicksal: Sie muss das Bildnis der Diana, ihrer Göttin stehlen und den Mann (Thoas) hintergehen, der sie aufgenommen und dem sie viel zu verdanken hat. Danach stimmt sie das Lied der Parzen an, das die Rache der Götter an ihrer Familie beschreibt.
5//1 Thoas, Arkas Arkas berichtet Thoas, dass es eine Verzögerung gibt und gibt zu Bedenken, dass es sich mit dem angeblichen Wahnsinn des Gefangenen um eine List handelt. Der König lässt daraufhin das Ufer nach einem Schiff absuchen.
5//2 Thoas Der König ist erzürnt wegen Iphigenies Verhalten und auf sich selbst, der gütig mit ihr gewesen ist und was er nun wiederum durch sie mit List und Lüge ausgenutzt sieht.
5//3 Thoas,Iphigenie Thoas erkundigt sich selbst bei Iphigenie warum das Opfer hinausgezögert wird. Er verspürt ihre Besorgnis um die Gefangenen und fragt stetig nach, bis Iphigenie ihm die Wahrheit über die Gefangenen erzählt. Sie appeliert an seine Menschlichkeit und erinnert ihn an sein Versprechen, sie gehen zu lassen, falls ihr die Rückkehr durch zu den Ihrigen möglich sei.
5//4 Orest (bewaffnet), Thoas, Iphigenie Orest bemerkt den „Verrat“ und will gewaltsam fliehen, doch Iphigenie gebietet ihm Einhalt und besänftigt beide Männer.
5//5 Orest, Thoas, Iphgenie, Pylades, Arkas Thoas befiehlt Arkas, die Männer die gegen den Anhang von Orest beim Schiff kämpfen innezuhalten, woraufhin Orest an Pylades denselben Befehl gibt.
5//6 Iphigenie, Thoas, Orest Orest will die Waffen zwischen Thoas und ihm entscheiden lassen, doch Iphigenie beweist ihm, dass ihr Bruder ihm gegenübersteht. Allerdings verweist Thoas auf den geplanten Raub des Bildnisses. Orest deutet den Orkalspruch nun jedoch richtig und sieht in der Schwester nicht das Bild der Göttin, sondern seine wahre Schwester. Er bittet den König sie ihn Frieden ziehen zu lassen, um den Fluch endgültig zu beseitigen und das kindliche Vertrauen seiner Schwester an einen edlen Herren zu entlohnen. Zuerst lässt er sie nur widerwillig ziehen, doch durch das gute Zureden von Iphigenie, die ihm für seine liebevolle Aufnahme dankt und ihn als Vater bezeichnet, wird er milde gestimmt und gibt ihnen den Abschiedssegen.
   

 

 

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