Kaiser – Bürger von Calais – Übersicht

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Georg Kaiser: Die Bürger von Calais

1. Akt

Markthalle, Calais

Jean de Vienne verkündet das Ende der Belagerung von Calais durch die Engländer, außerdem Frieden und dass ein englischer Offizier sprechen will. Dieser verkündet die Ansprüche des Königs von England und die Niederlage Frankreichs. Duguesclins aber widerspricht vehement und fordert Kampf der Calaiser gegen England. Der Engöänder führt den gefangenen französischen Offizier Godefroy vor, der von der verheerenden Niederlage Frankreichs berichtet und Duguesclins zu kämpfen auffordert. Der englische Gesandte stellt die Forderung nach dem Schlüssel der Stadt, der von sechs Büßern Calais übergeben werden soll. Duguesclins will kämpfen, statt aufgeben, Jean de Vienne, eben noch verwirrt, schließt sich ihm an, weitere folgen. Eustache de Saint-Pierre ruft zur Übergabe der Stadt auf, um den soeben mühevoll gebauten Hafen vor Zerstörung zu schützen, erklärt die Calaiser zugleich um ihren Hafenbau betrogen für den Fall, sie ließen ihn von England zerstören. Im rhetorischen Duell will Duguesclins die Ehre Frankreichs, Saint-Pierre das Werk, d.h. den Hafen retten. Saint-Pierre gewinnt die Bürger, Duguesclins muss abtreten. Doch erst Jean de Vienne hat die Befugnis, zu entscheiden und fordert sechs Freiwillige. Saint-Pierre ist der erste Freiwillige, es kommen sieben statt sechs zusammen; einem soll das Los das Leben retten. Duguesclins wechselt auf die englische Seite.

2. Akt

Saal im Stadthaus, Calais

Unter die Sieben tritt Hoffnung und Furcht, der Siebente und damit gerettet zu sein; man trauert und ist stolz auf die Todgeweihten; sie versammeln sich zu siebt zum Abendmahl; nach dem Mahl spricht jeder vom inneren Zweispalt, sich auf Tod oder Rettung einzustellen – Testament oder Planung? Die Ungewissheit, wer gerettet wird, bestimmt das Denken der Sieben. Endlich losen sie, doch alle Lose sind blaue Kugeln, sodass keiner der Sieben ausgewählt wird, nicht zu sterben. Saint-Pierre bestimmt: wer am nächsten Morgen als letztes in der Mitte des Marktes erscheint, ist frei.

3. Akt

Markt, Calais

Die Sechs sammeln sich, nur Saint-Pierre fehlt; man wittert Betrug von seiner Seite und will ihn schänden. Aber dessen Vater kommt und weist auf die Leiche Saint-Pierres: er sei „vorausgegangen“, er sei tot. Der Vater spricht von der Entwicklung der Todgeweihten zu Menschen, die ihren Tod ertragen – der neue Mensch, der tote Saint-Pierre. Den sechs wird der Schlüssel übergeben, sie brechen auf – da tritt ihnen der englische Offizier entgegen und verkündet, sie alle seien frei, da der König von England just Vater geworden sei und an diesem Tag niemandem das Leben geben sehen möchte.

 

 

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