Opitz – Deutsche Poeterey

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Zitatübersicht zu Opitz Poeterey

 

Zitat

 

Seiten*

Zitat

 

Seiten*

 

Gesamtgliederung

10

Ordnung

29

 

Gliederung Haupttext

11

Tragödie

30

1

Vorhaben

13

12

Komödie

30

2

Poeten I

13

13

Von der zuebereitung vnd ziehr der worte (Kapitel VI)

35

3

Poeten II

18f.

14

Poeterey-Regeln I

35f.

4

Poeten III

25

15

Poeterey-Regeln II

37 und 39

5

Zweck der Poeterey

19

16

Poeterey-Regeln III

41 und 45

6

Von etlichen sachen die den Poeten vorgeworfen werden; vnd derselben entschuldigung I (Kapitel III)

16 und 17

17

Von den reimen / jhren woertern vnd arten der getichte. I (Kapitel VII)

52f.

7

Von etlichen sachen (…) II (Kapitel III)

19

18

Von den reimen (…) II (Kapitel VII)

56

8

Deutsche Poeterey

23

19

Von den reimen (…) III (Kapitel VII)

62

9

Vorhaben Kap. V-VII

26

 

 
 

 

      * im Reclamheft  

 

Martin Opitz: Buch von der Deutschen Poeterey (1624)
 
 
denn ich vor fuenff tagen /
wie meine freunde wissen /
die feder erst angesetzt habe
 
 
Gesamtgliederung
 
Motto
Widmungsvorrede
Widmungsgedicht
Haupttext
Epilog
 
 
Gliederung Haupttext
 
Haupttext Kapitel I-VIII
 
Kap. I-IV Kulturpolitischer Teil
Kap. V-VII Rhetorische Poetik und Mustertexte
Kap. VIII Fortsetzung und Abschluss des kulturpolitischen Teiles
 
 
 
Zitat 1 Vorhaben
 
Bey den Griechen hat es Aristoteles vornemlich gethan; bey den Lateinern Horatius; vnd zue unserer Voreltern zeiten Vida vnnd Scaliger so außfuehrlich / das weiter etwas darbey zue thun vergebens ist. Derentwegen ich nur etwas / so ich in gemeine von aller Poeterey zu erinnern von noethen zu sein erachte / hiervor setzen wil / nachmals das was vnsere deutsche Sprache vornemlich angehet / etwas vmbstendlicher fuer augen stellen. (I/13)
 
 
Zitat 2 Poeten I
 
(…) bin ich doch solcher gedancken keines weges / das ich vermeine / man koenne iemanden durch gewisse regeln vnd gesetze zu einem Poeten machen (…) Poeten (welcher schrifften auß einem Goettlichen antriebe vnd von natur herkommen (…). (Kapitel I/Seite 13)
 
 
Zitat 3 Poeten II
 
Die worte vnd Syllaben in gewisse gesetze zue dringen / vnd verse zue schreiben / ist das allerwenigste was in einem Poeten zue suchen ist (…) Er muß (…) von sinnreichen einfaellen vnd erfindeungen sein / muß ein grosses vnverzagtes gemute haben / muß hohe sachen bey sich erdencken koennen (…) Denn ein Poete kan nicht schreiben wenn er wil / sondern wenn er kan / vnd jhn die regung des Geistes (…) treibet. (III/18f.)
 
 
Zitat 4 Poeten III
 
(…) im fall sich jemand an vnsere deutsche Poeterey machen wolte / der / nebenst dem das er ein Poete von natur sein muß / in den griechischen vnd Lateinischen buechern nicht wol durchtrieben ist / (…) das auch alle die lehren / welche sonsten zue der Poesie erfodert werden / (…) bey jhm nichts verfangen koennen. (IV/25)
 
 
Zitat 5 Zweck der Poeterey
 
Dienet also dieses alles [Poeterey] zue vberredung vnd vnterricht auch ergetzung der Leute; welches Poeterey vornemster zweck ist. (III/19)
 
Zitat 6 Von etlichen sachen die den Poeten vorgeworfen werden; vnd derselben entschuldigung I (Kapitel III)
 
geringes wesen

 

Solon / Pythagoras / Socrates / Cicero vnd andere [Poeten] gewesen (III/17)

 

nicht sonderlich achten  
in öffentlichen Ämtern (…) nichts zue gebrauchen (alle III/16)  
 
 
Zitat 7 Von etlichen sachen (…) II (Kapitel III)
 
Das ferner die Poeten mit der warheit nicht allzeit vbereinstimmen / (…) (III/19)

 

(…) vnd soll man auch wissen / das die gantze Poeterey im nachaeffen der Natur bestehe / vnd die dinge nicht so sehr beschreibe wie sie sein / als wie sie etwan sein koendten oder solten. (III/19)

 

   
 
Zitat 8 Deutsche Poeterey
 
Von dieser Deutschen Poeterey nun zue reden / sollen wir nicht vermeinen / das vnser Land vnter so einer rawen vnd vngeschlachten Lufft liege / das es nicht eben dergleichen zue der Poesie tuechtige ingenia koenne tragen / als jergendt ein anderer ort vnter der Sonnen. (IV/23)
 
 
Zitat 9 Vorhaben Kap. V-VII
 
Weil die Poesie / wie auch die Rednerkunst / in dinge vnd worte abgetheilet wird; als wollen wir erstlich von erfindung vnd eintheilung der dinge [in Kapitel V) / nachmals von der zuebereitung vnd ziehr der worte [in Kapitel VI] / vnnd endtlich vom maße der sylben / Verse / reimen / vnnd vnterschiedener art der cerminum vnd getichte reden [in Kapitel VII] (V/26)
 
 
Zitat 10 Ordnung
 
Das getichte vnd die erzehlung selber belangend / nimpt sie es nicht so genawe wie die Historien (…) [der Inhalt aber] in solcher ordnung / als wann sich eines auff das andere selber allso gebe / vnnd vngesucht in das buch keme. (V/29)
 
 
Zitat 11 Tragödie
 
Die tragedie ist an der meiestet dem Heroischen getichte gemeße / ihne das sie selten leidet / das man geringen standes personen vnd schlechte sachen einfuehre: weil sie nur Koeniglichem willen / Todtschlaegen / verzweiffelungen / Kinder- vnd Vaetermoerden / brande / blutschanden / kriege vnd auffruhr / klagen / heulen / seuffzen vnd dergleichen handelt. Von derer zugehoer schreibt vornemlich Aristoteles / vnd etwas weitleufftiger Daniel Heinsius; die man lesen kan. (V/30)
 
 
Zitat 12 Komödie
 
Die Comedie besteht in schlechtem wesen vnnd personen: redet von hochzeiten / gastgeboten / spielen / betrug vnd schalckheit der knechte / ruhmraetigen Landtsknechten / buhlersachen / leichtfertigkeit der jugend / geitze des alters / kupplerey vnd solchen sachen / die taeglich vnter gemeinen Leuten vorlauffen. Haben derowegen die / welche heutiges tages Comedien geschrieben / weit geirret / die Keyser vnd Potentaten eingefuehret; weil solches den regeln der Comedien schnurstracks zuewieder laufft. (V/30)
 
 
Zitat 13 Von der zuebereitung vnd ziehr der worte (Kapitel VI)
 
Die worte bestehen in dreyerley; inn der elegantz oder ziehrligkeit / in der composition oder zuesammensetzung / vnd in der dignetet vnd ansehen. (VI/35)
 
 
Zitat 14 Poeterey-Regeln I
 
Hochdeutsch nennen besten vermoegens nach zue kommen / vnd nicht derer oerter sprache / wo falsch geredet wird (…) (VI/35)
 
So stehet es auch zum hefftigsten vnsauber / wenn allerley Lateinische / Frantzoesische / Spanische vnnd Welsche woerter in den text vnserer rede geflickt werden (…) (VI/35)
 
Die diphthongi (…) duerffen nur mit dem selblautenden buchstaben geschrieben werden (…) (VI/36)
 
 
Zitat 15 Poeterey-Regeln II
 
Newe woerter (…) mach[en] auch den getichten (…) eine sonderliche anmutigkeit. (VI/37)
 
Wie nun wegen reinligkeit der reden frembdte woerter vnnd dergleichen mußen vermieden werden; so muß man auch der deutligkeit halben sich fuer alle dem hueten / was vnsere worte tunckel vnd vnverstendtlich macht. [Amphiebolie] (VI/39)
 
 
Zitat 16 Poeterey-Regeln III
 
Das ansehen vnd die dignitet der Poetischen rede anlangt / bestehen dieselbe in den tropis vnnd schematibus, wenn wir nemblich ein wort von seiner eigentlichen bedeutung auff eine andere ziehen. (VI/41)
 
Die mittele oder gleiche art zue reden ist / welche zwar mit jhrer ziehr vber die niedrige steiget / vnd dennoch zue der hohen an pracht vnd grossen worten nicht gelanget. (VI/45)
 
 
Zitat 17 Von den reimen / jhren woertern vnd arten der getichte. I (Kapitel VII) •
 
Nochmals ist auch ein jeder verß entweder ein iambicus oder trochaicus (…) Vnter den Jambischen versen sind die zue foederste zue setzen / welche man Alexandrinische / von jhrem ersten erfinder / der ein Italiener soll gewesen sein / zue nennen pfleget (…). (VII/52f.)
 
Der weibliche verß hat dreyzehn / der maennliche zwoelf sylben; wie der iambus trimeter. (VII/52)
 
 
Zitat 18 Von den reimen (…) II (Kapitel VII)
 
Ein jeglich Sonett aber hat vierzehen verse / vnd gehen der erste / vierdte / fuenffte vnd achte auff eine endung des reimens auß; der andere / dritte / sechste vnd siebende auch auff eine. (VII/56)
 
 
Zitat 19 Von den reimen (…) III (Kapitel VII)
 
In den Pindarischen Oden / im fall es jemanden sich daran zue machen geliebet / ist die Strophe* frey / vnd mag ich so viel verse vnd reimen darzue nemen als ich wil / sie auch nach meinem gefallen eintheilen vnd schrencken: Antistrophe* aber muß auff die Strophe* sehen / vnd keine andere ordnung der reimen machen: Epodos* ist wieder vngebunden. Wan wir dann mehr strophen tichten wolten / mussen wir den ersten in allem nachfolgen (…) (VII/62)
* im Original griechisch abschließendes Zitat
 

 

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