Tropen

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Tropen (aus gleichbed. gr.  trope, eigtl. „(Hin)wendung, Rich­tung“, zu trépein „wenden“): bildlicher Ausdruck; Wort bzw. Wortgruppe, das bzw. die im übertragenen Sinn ge­braucht wird (z.B. Bacchus statt Wein; Sprachw.)

 

Bild 1. lit.wissenschaftlicher Sammelbegriff für Tropen und Figuren, bes. für Me­tapher, Allegorie, Metonymie, Synekdoche, Per­sonifikation, ntonomasie, Periphrase und Gleichnis, für das Symbol sowie für Gegenstands­referenzen und -evokationen. – B.er sind in allen lit. Gattungen vertreten und sowohl von epochenspezi­fischen Eigenheiten (vgl. z. B. die Bildlichkeit der Ro­mantik mit der des Barock) als auch vom individuellen Sprachstil des Dichters geprägt. B.lichkeit ist ein Charakteristikum poetischer Sprache, aber auch in der Alltagssprache sind B.er präsent.

 

Metapher (über gleichbed. lat. metaphora aus gr. metaphorá zu metaphérein „anderswohin tragen, übertra­gen“): sprachlicher Ausdruck, bei dem ein Wort, eine Wortgruppe aus dem eigentlichen Bedeutungszusammen­hang in einen anderen übertragen wird, ohne dass ein di­rekter Vergleich zwischen Bezeichnendem u. Bezeichne­tem vorliegt; bildhafte Übertragung (z. B. das Haupt der Familie)

 

Allegorie [gr. allegoria = andere Rede], eine Form von Bildlichkeit, die sich in der Regel durch die Ko­existenz zweier Bedeutungen oder Bedeutungsebenen auszeichnet. – Der keinesfalls präzise Begriff gehört seit der Antike in den Gegenstandsbereich von Rhet., Poetik und Hermeneutik. Nicht zuletzt hieraus er­klärt sich sein alles andere als kongruentes, bis in die jüngste Gegenwart historischem Wandel unterwor­fenes Verständnis.

 

Metonymie (über spätlat. metonymia aus gleichbed. gr. metonymia, eigtl. „Namensvertauschung“): übertragener Gebrauch eines Wortes od. einer Fügung für einen verwandten Be­griff (z. B. Stahl für „Dolch“, Jung u. Alt für „alle“)

 

Synekdoche (über gleichbed. lat. synecdoche aus gr. Synekdoche, eigtl. „das Mitverste­hen“): das Ersetzen eines Begriffs durch einen engeren od. weiteren Begriff (z. B. Kiel für Schiff; Rhet.); vgl. Pars pro Toto

 

Personifikation Vermensch­lichung von Göttern, Begriffen od. leblosen Dingen (z. B. die Sonne lacht)

 

Antonomasie (aus gr. antonomasia „ande­re Benennung“): 1. Ersetzung eines Eigennamens durch eine Benennung nach besonderen Kennzeichen od. Eigen­schaften des Benannten (z. B. der Zerstörer Karthagos = Scipio; der Korse = Napoleon). 2. Ersetzung der Bezeich­nung einer Gattung durch den Eigennamen eines ihrer ty­pischen Vertreter (z.B. Krösus = reicher Mann)

 

Periphrase (über gleichbed. lat. periphrasis aus gr. periphrasis): 1. Umschreibung eines Begriffs, einer Person od. Sache durch kennzeichnende Eigenschaften (z. B. der Allmächtige für Gott). 1. svw. Paraphrase

 

Gleichnis Erweiterter Vergleich, meist mit zumindest rudimentärer narrativer Struktur. In Gleichnissen werden Zustände, Vorgänge, Situationen, Handlungen aus einem Bedeutungsbereich (Bildhälfte) so gebraucht, dass sie auf einen anderen Bedeutungsbereich (Sachhälfte), der eigentlich in Rede steht und erhellt werden soll, verweisen.

 

Symbol [gr. symbolon = Erkennungs-, Wahrzei­chen; lat. symbolum], mehrdeutiges lit. Zeichen, das die Interpretationsbedürftigkeit eines lit. Textes er­zeugt. Der poetologische Begriff  ist vom semiotischen Verständnis des S.s als eines arbiträren Zei­chens abzugrenzen: Das lit. S. verweist gerade nicht vermittels zufälliger, erfundener Ausdrucksmittel, sondern durch vorgefundene Ausdrücke auf etwas. -Wie bei der Allegorie steht beim S. ein einzelnes Text­element für einen abstrakteren, allg. Sachverhalt; aller­dings wird beim S. der eigentliche Sinn des zeichenhaft stehenden Gegenstandes durch den symbolischen überlagert: »Es ist die Sache, ohne die Sache zu sein, und doch die Sache; ein im geistigen Spiegel zusam­mengezogenes Bild, und doch mit dem Gegenstand identisch«.

 

Quelle: Duden, Fremdwörterbuch und eigene Texte

 

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