Aristoteles – Poetik

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Zitatübersicht zu Aristoteles Poetik

 

Zitat

Seiten*

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Seiten*

 

Gliederung

9

Äußere Form

37

1

Vorhaben

5

10

Einheit der Handlung

29

2

Gattungen

5

11

Tragische Handlung

29

3

Kriterien

5

12

Handlungsphasen und -typen I

57

4

Mittel

5

13

Handlungsphasen und -typen II

35

5

Gegenstand

7 und 9

14

Fehler

39

6

Art und Weise

9

15

Charakter

47

7

Einheit der Zeit

17

16

Tragische Effekte

45

8

Kapitel 6

21

 

       * im Reclamheft

 

Text: Reclam (2010) Übersetzt und Herausgegeben von Manfred Fuhrmann
Gliederung
I. Allgemeiner Teil Kap. 1-5 II. Tragödie Kap. 6-22 III. Epos Kap. 23-26
Zitat 1 Vorhaben
Von der Dichtkunst selbst und von ihren Gattungen, welche Wirkung eine jede hat und wie man die Handlungen zusammenfügen muss, wenn die Dichtung gut sein soll, ferner aus wie vielen und was für Teilen eine Dichtung besteht, (…) wollen wir hier handeln (…). (Kapitel 1/Seite 5)
Zitat 2 Gattungen
Die Epik und die tragische Dichtung, ferner die Komödie und die Dithyrambendichtung [erzählendes (Chor)lied] sowie – größtenteils – das Flöten- und Zitherspiel: sie alle sind, als Ganzes betrachtet, Nachahmungen. (1/5)
Zitat 3 Kriterien
Sie [die Nachahmungen] unterscheiden sich jedoch in dreifacher Hinsicht voneinander: entweder dadurch, dass sie durch je verschiedene Mittel, oder dadurch, dass sie je verschiedene Gegenstände oder dadurch, dass sie auf je verschiedene und nicht auf dieselbe Weise nachahmen. (1/5)
Zitat 4 Mittel
(…) sie alle bewerkstelligen die Nachahmung mit Hilfe bestimmter Mittel, nämlich mit Hilfe des Rhythmus und der Sprache und der Melodie, und zwar verwenden sie diese Mittel teils einzeln, teils zugleich. (1/5)
Zitat 5 Gegenstand
Die Nachahmungen ahmen handelnde Menschen nach. (…) Auf Grund desselben Unterschiedes weicht auch die Tragödie von der Komödie ab: die Komödie sucht schlechtere, die Tragödie bessere Menschen nachzuahmen, als sie in der Wirklichkeit vorkommen. (2/7 und 2/9)
Zitat 6 Art und Weise
(…) zur Art und Weise, in der man alle Gegenstände nachahmen kann. Denn es ist möglich, mit Hilfe derselben Mittel dieselben Gegenstände nachzuahmen, hierbei jedoch entweder zu berichten (…) oder alle Figuren als handelnde und in Tätigkeit befindliche auftreten zu lassen. (3/9)
Zitat 7 Einheit der Zeit
(…) die Tragödie versucht, sich nach Möglichkeit innerhalb eines einzigen Sonnenumlaufs zu halten oder nur wenig darüber hinauszugehen (…). (5/17)
Zitat 8 Kapitel 6
Die Tragödie ist Nachahmung einer guten und in sich geschlossenen Handlung von bestimmter Größe, in anziehend geformter Sprache, wobei diese formenden Mittel in den einzelnen Abschnitten je verschieden angewandt werden – Nachahmung von Handelnden und nicht durch Bericht, die Jammer und Schaudern hervorruft und hierdurch eine Reinigung von derartigen Erregungszuständen bewirkt. (6/19) (…) Diese Teile sind: Mythos, Charaktere, Sprache, Erkenntnisfähigkeit, Inszenierung und Melodik. (6/21)
Zitat 9 Äußere Form
(…) d.h. die Abschnitte, in die man sie gliedern kann, sind folgende: Prolog, Episode, Exodos und Chorpartie (…). (12/37)
Zitat 10 Einheit der Handlung
Demnach muss, wie in den anderen nachahmenden Künsten die Einheit der Nachahmung auf der Einheit des Gegenstandes beruht, auch die Fabel, da sie Nachahmung von Handlung ist, die Nachahmung einer einzigen, und zwar einer ganzen Handlung sein. Ferner müssen die Teile der Geschehnisse so zusammengefügt sein, dass sich das Ganze verändert und durcheinander gerät, wenn irgendein Teil umgestellt oder weggenommen wird. Denn was ohne sichtbare Folgen vorhanden sein oder fehlen kann, ist gar nicht ein Teil des Ganzen. (8/29)
Zitat 11 Tragische Handlung
Aus dem Gesagten ergibt sich auch, dass es nicht Aufgabe des Dichters ist mitzuteilen, was wirklich geschehen ist, sondern vielmehr, was geschehen könnte, d.h. das nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit Mögliche. (…) sie unterscheiden sich vielmehr dadurch, dass der eine das wirkliche Geschehene mitteilt, der andere, was geschehen könnte. Daher ist Dichtung etwas Philosophischeres und Ernsthafteres als Geschichtsschreibung; denn die Dichtung teilt mehr das Allgemeine, die Geschichtsschreibung hingegen das Besondere mit. (9/29)
Zitat 12 Handlungsphasen und -typen I
Jede Tragödie besteht aus Verknüpfung und Lösung. Die Verknüpfung umfasst gewöhnlich die Vorgeschichte und einen Teil der Bühnenhandlung, die Lösung den Rest. Unter Verknüpfung verstehe ich den Abschnitt vom Anfang bis zu dem Teil, der der Wende ins Glück oder ins Unglück unmittelbar vorausgeht, unter Lösung den Abschnitt vom Anfang der Wende bis hin zum Schluss. (18/57)
Zitat 13 Handlungsphasen und -typen II
Die Fabeln sind teils einfach, teils kompliziert. Ich bezeichne die Handlung als einfach, die in dem angegebenen Sinne in sich zusammenhängt und eine Einheit bildet und deren Wende sich ohne Peripetie oder Wiedererkennung vollzieht, und diejenige als kompliziert, deren Wende mit einer Wiedererkennung oder Peripetie oder beidem verbunden ist. (10/33) Die Peripetie ist (…) der Umschlag dessen, was erreicht werden soll, in das Gegenteil, und zwar, wie wir soeben sagten, gemäß der Wahrscheinlichkeit oder mit Notwendigkeit. (11/35)
Zitat 14 Fehler
So bleibt der Held übrig, der zwischen den genannten Möglichkeiten steht. Dies ist bei jemandem der Fall, der nicht trotz seiner sittlichen Größe und seines hervorragenden Gerechtigkeitsstrebens, aber auch nicht wegen seiner Schlechtigkeit und Gemeinheit einen Umschlag ins Unglück erlebt, sondern wegen eines Fehlers – bei einem von denen, die großes Ansehen und Glück genießen, wie Ödipus und Thyestes und andere hervorragende Männer aus derartigen Geschlechtern. (13/39)
Zitat 15 Charakter
Was die Charaktere betrifft, so muss man auf vier Merkmale bedacht sein. Das erste und wichtigste besteht darin, dass sie tüchtig sein sollen. (…) Das zweite Merkmal ist die Angemessenheit. (…) Das dritte Merkmal ist das Ähnliche (…). Das vierte Merkmal ist das Gleichmäßige. (15/47)
Zitat 16 Tragische Effekte
Denn notwendigerweise führt man entweder die Tat aus oder nicht, und zwar wissentlich oder nicht wissentlich. Unter diesen Möglichkeiten ist die, dass die Person die Tat wissentlich beabsichtigt und sie dann nicht ausführt, die schlechteste. Denn darin ist zwar etwas Abscheuliches enthalten, jedoch nichts Tragisches; es tritt nämlich kein schweres Leid ein. Daher verfasst niemand eine derartige Dichtung, es sei denn ausnahmsweise (…) An zweiter Stelle steht der Fall (…). Noch besser ist der Fall (…). (14/45)

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